Erdwärmetauscher schützt Nutztiere im Stall

Werden gegen den Klimawandel keine Maßnahmen unternommen, wird sich das negativ auf die Schweine- und Geflügelhaltung auswirken. Neben dem Wohlbefinden und der Gesundheit ist vor allem die tierische Leistungsfähigkeit und die damit verbundene Wirtschaftlichkeit betroffen.

Da die Tiere zumeist in Stallgebäuden mit Lüftungssystemen gehalten werden, untersuchten Forscher der Vetmeduni Vienna die Zulufttemperatur die unterschiedlichen Kühlsysteme genauer. Als geeignetste Lösung stellte sich die Nutzung des Erdbodens als Wärmespeicher durch einen Erdwärmetauscher heraus. Dieser sorgt im Sommer für Kühlung und im Winter für Erwärmung.

 

Der Klimawandel und die damit verbundene Temperaturerhöhung wird künftig als dringliche Maßnahmen auch in der Tierhaltung von Schweinen oder Geflügel erfordern. Durch den Verzicht auf geeignete Kühlsysteme, würde man die Tiere vor allem in der Stallhaltung durch die steigende Hitze zunehmenden Stress aussetzten. Das hat nicht nur negative Konsequenzen für das Tierwohl sondern führt zwangsläufig auch zu wirtschaftlichen Folgen in Form von geringerer Futteraufnahme oder Legeleistung.


Eine umfassende Studie der Vetmeduni Vienna, der BOKU und der ZAMG kam nun zu dem Ergebnis, dass sich gängige Kühlsysteme, wie Erdwärmetauscher oder direkte und indirekte Verdunstungskühlung, die teilweise seit den Sechzigern etabliert sind, zur Kühlung der Stallgebäude eignen. Sieht man von den möglichen Anschaffungskosten ab, stellt ein Erdwärmetauscher das effizienteste Kühlsystem dar. Durch das System wird die Außenluft durch etwa 40 Meter lange, zwei Meter Tief verlegte Rohre gesaugt. Das Prinzip funktioniert dabei ähnlich wie ein Keller, der zu einer Kühlung im Sommer, und einer Erwärmung im Winter führt.


Erdwärmeaustauscher besser als Verdunstungskühlung


Mit Hilfe des sogenannten Temperatur-Humidity-Indexes lässt sich nun ermitteln in wie weit sich der Hitzestress durch Temperatur und Luftfeuchtigkeit auf die Tiere auswirkt. Diese Parameter stellen sowohl beim Menschen als auch bei vielen Nutztierarten einen wichtigen Bezugspunkt dar, um zu bewerten, welche Kühlsysteme die Tiere in Stallungen am besten vor Hitzestress schützt. In der Studie wurden insgesamt drei gängige Kühlungssysteme, die auch im Wohnbereich Anwendung finden, berücksichtigt. Eines sorgte dabei für die Kühlung der Luft durch Nutzung des Erdbodens als Wärmespeicher. Zwei andere Systeme hingegen nutzten die direkte oder indirekte Verdunstungskühlung von Wasser. „Bei diesen beiden Systemen kommt ein ähnliches Phänomen zum Tragen wie beim Schwitzen. Bei der indirekten Methode wird jedoch zusätzlich ein Wärmetauscher verwendet, um die Befeuchtung der Luft zu vermeiden“, erklärt Studienleiter Günther Schauberger.

„Wir konnten bei unseren Berechnungen feststellen, dass ein Erdwärmetauscher das effizienteste System für die Tierhaltung darstellt. Mit dieser Methode kann im Sommer für entsprechende Kühlung gesorgt werden. Weiters kann durch die Erwärmung der Zuluft im Winter die Luftrate und damit die Luftqualität im Stall wesentlich verbessert werden.“, versichert Schauberg. „ Hitzestress kann damit für die Tiere komplett vermieden werden.“ Der Nachteil der direkten Verdunstungskühlung ist, dass die Kühlung der Zuluft auch einen Anstieg der Luftfeuchtigkeit bedeutet. Bei der indirekten Methode tritt dieser Nachteil zwar nicht auf, die Kühlung fällt dafür jedoch auch weniger effizient aus. „Letztendlich muss man aber auch die Anlagekosten einer solchen Investition berücksichtigen, was wir bei dieser Analyse nicht mit einbezogen haben“, rät Schauberger. Die Studie wurde im Rahmen des Austrian Climate Reseach Programs durchgeführt.

 

Mit Informationen aus einem Artikel von Mag.rer.nat. Georg Mair Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation Veterinärmedizinische Universität Wien

 

Quelle: www.kupconcept.de

Foto: Jam / pixelio.de

Suche

Newsletter

Tagcloud