Antibiotika-Einsatz bei Milchkühen reduzieren

Ein neuer Schnelltest gibt nach zwölf Stunden eine Entscheidungshilfe, ob eine euterkranke Kuh mit Antibiotika behandelt werden muss. Der Antibiotika-Einsatz ist von der Schwere der Erkrankung und dem Erreger abhängig.

Es konnte festgestellt werden, dass bei etwa einem Drittel aller Euterentzündungen kein Bakterienwachstum nachgewiesen werden kann. In solchen Fällen kann risikolos auf Antibiotika verzichtet werden. Dasselbe gilt für die lokale Anwendung von Eutertuben in der Milchdrüse bei gramnegativen Mikroorganismen wie Escherichia coli.

Mit Schnelltest Antibiotika-Behandlung vermeiden

In der Regel sind etwa 20 bis 30 Prozent der Euterentzündungen durch diese Gruppe der Erreger versursacht. Somit lässt sich der Antibiotika-Einsatz etwa um die Hälfe verringern. Voraussetzung dafür ist das Erkennen gramnegativer und grampositiver Bakterien. Der neue Test von MSD-Tiergesundheit liefert nach zwölf Stunden ein Ergebnis, das bei der therapeutischen Entscheidungsfindung weiterhilft. Dabei wird untersucht, ob überhaupt ein Bakterienwachstum vorhanden ist. Außerdem wird unterschieden, ob es sich dabei um gramnegative oder grampositive Bakterien handelt.

Wird der Test durchgeführt, werden jeweils 100 Mikroliter der Milchprobe in zwei kleine Röhrchen gegeben. Dann werden die Röhrchen verschlossen, geschüttelt und in den Brutschrank mit einer Temperatur von 37 Grad Celsius gelegt. Nach zwölf Stunden kann anhand der Verfärbung gesehen werden, ob ein bakterielles Wachstum vorhanden ist. Dies zeigt eine Verfärbung von rosa zu weiß auf.

Hierbei muss beachtet werden, dass der Test keine klassische Untersuchung von Milchproben auf die verursachenden Erreger und Zellzahlen ersetzt. Allerdings können Milchviehbetriebe mit wenig Aufwand den Antibiotika-Einsatz bei ihren Tieren einfach und effektiv reduzieren.

Quelle: www.kupconcept.de

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